Welche Tiere schlafen am meisten?

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Als Mensch verbringen Sie rund ein Drittel ihres Lebens schlafend. Dieser Wert liegt etwa im Mittelfeld der allgemeinen Traumzeit. Doch warum unterscheiden sich die Ruhephasen einzelner Arten so stark - und vor allem: Welche Tiere liegen in Sachen Schlaf an erster Stelle?

Welche Tiere am meisten schlafen

Den ersten Platz teilen sich Streifenhörnchen und Igel mit Feld- und FledermĂ€usen. Sie verschlafen etwa 20 Stunden des Tages an geschĂŒtzten Stellen. Erst bei Nacht kommen sie aus ihren Verstecken und gehen auf Nahrungssuche - um noch vor Sonnenaufgang an ihre SchlafplĂ€tze zurĂŒckzukehren.

An zweiter Stelle rangiert das GĂŒrteltier, das sich fĂŒr seine mehr als 18-stĂŒndige Ruhephase ins Erdreich vergrĂ€bt. Die Wachzeit verbringt es mit Nahrungssuche oder einer ausgesprochen ulkigen Weise, FlĂŒsse zu ĂŒberqueren: Zu diesem Zweck pumpt es seine Eingeweide voll Luft und lĂ€sst sich wie ein Ballon durchs Wasser treiben.

Schon an dritter Position findet sich unsere geliebte Hauskatze. Mit etwa 16 Stunden Schlaf pro Tag bildet sie den Mittelwert aller Katzenartigen und Großkatzen ab. Einen Ausreißer nach oben bieten mĂ€nnliche Löwen mit ĂŒber 20-stĂŒndiger Ruhezeit; nach unten korrigiert der geschmeidige Gepard mit nur 12 Stunden Schlaf.

Auf dem vierten Platz schlummert der Koala. Das australische Beuteltierchen erholt sich rund 14 Stunden tÀglich. Um nicht vom Eukalyptusbaum zu fallen, klemmt es seinen knuffigen Körper in eine Astgabel. Beim Klettern hÀlt sich der Koala geschickt im Laubwerk fest - und besitzt eigens zu diesem Zweck einen zweiten Daumen pro Hand.

Erst an fĂŒnfter Position tummelt sich die große Gruppe der Primaten - wobei es auch hier Spitzen-, Mittel- und Tiefstwerte gibt. Im Durchschnitt schlafen Affen etwa 10 Stunden; unter diesen Arten sind auch unsere nahen Verwandten, die Schimpansen. Mit etwa 17-stĂŒndigem Schlaf liegt der Östliche Graukehl-Nachtaffe am einen Ende der Bemessungs-Skala; Menschen mit rund 8 Stunden Nachtruhe rangieren als Primaten-Schlusslicht.

Die Meos Topper

Warum schlafen die Tiere so viel?

Unser Ranking lĂ€sst erkennen, dass kleine Arten deutlich lĂ€nger schlafen als grĂ¶ĂŸere Vertreter des Tierreichs. Wissenschaftler vermuten, dass dieser Umstand auf den Stoffwechsel zurĂŒckzufĂŒhren ist. In kleinen Organismen vollzieht er sich schneller - und dementsprechend flinker schlĂ€gt das Herz, geht die Atmung und arbeitet die Verdauung. Um sich davon zu erholen, muss der Körper ruhen. Je kompakter er ist, desto lĂ€nger.

Da sich aber auch grĂ¶ĂŸere Tiere auf vorderen PlĂ€tzen finden, muss es noch einen anderen Grund geben. Den benennen Forscher mit Effizienz. Arten mit krĂ€ftezehrendem ErnĂ€hrungsverhalten mĂŒssen sich mehr schonen als Vertreter, denen das Futter buchstĂ€blich ins Maul wĂ€chst. Das heißt: Raubtiere schlafen gegenĂŒber friedlich grasenden KĂŒhen oder Rehen lĂ€nger, öfter und sogar tiefer.

Das fĂŒhrt automatisch zum dritten Grund fĂŒr die gewaltigen Unterschiede in den Ruhephasen. Tiere, die anderen als Beute dienen, können sich ausgiebiges Schlafen einfach nicht leisten. Sie mĂŒssen stĂ€ndig auf der Hut sein und haben ihr Verhalten entsprechend angepasst. Spitzenreiter in diesem Bereich ist das Okapi, dessen wiederkehrende Schlaf-Perioden gerade einmal 30 Sekunden betragen.

Aber auch die KomplexitĂ€t eines Organismus' bestimmt ĂŒber die Ruhe-Dauer. In Wachstums- oder Entwicklungsphasen steigt das SchlafbedĂŒrfnis in der Regel stark an. Bei den FĂŒnftplatzierten unseres Rankings unterscheidet es sich vor allem im SĂ€uglings- und PubertĂ€tsalter. Dass der Mensch trotz seines komplexen Seelenlebens vergleichsweise wenig schlĂ€ft, begrĂŒnden Anthropologen mit jahrtausendealter PrĂ€gung. Er ist auf Tages-AktivitĂ€ten und Helligkeit spezialisiert - und musste sich den Gegebenheiten zwangslĂ€ufig anpassen.

Das alles sind jedoch nur Vermutungen, denn restlos erforscht ist das Schlafen noch immer nicht. Seine Geheimnisse werden die Wissenschaft noch eine Weile beschÀftigen - ganz gleich, ob es sich um Tier-Spezialisten oder Humanmediziner handelt.


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