Wer schlÀft im Stehen?

Wer schlÀft im Stehen

Ist es möglich, im Stehen zu schlafen? Das ist eine Frage, die Schlafexperten beschĂ€ftigt. TatsĂ€chlich gibt es einige Tiere, die im Stehen schlafen, doch kann das auch der Mensch? Dieser Frage sind wir nachgegangen und haben die wichtigsten Informationen fĂŒr Sie zusammengetragen.

Wer schlÀft im Stehen?

Schlafexperten zweifeln daran, dass Menschen im Stehen schlafen können. Mit dieser Frage hat sich auch eine Gruppe buddhistischer Mönche befasst, die sich fĂŒr rund vier Jahre einem spirituellen Experiment unterzogen haben. TatsĂ€chlich soll es ihnen mehrmals gelungen sein, etwas weniger als fĂŒnf Stunden durchgehend im Stehen zu schlafen. Das bedeutet, dass sie nicht nur im Stehen eingeschlafen sind, sondern auch im Stehen geschlafen haben. Allerdings legen die Mönche Wert darauf zu prĂ€zisieren, dass es nicht einfach sei, die FĂ€higkeit zu erwerben, im Stehen zu schlafen. Und ganz sicher sei Schlafen im Stehen nicht fĂŒr jedermann geeignet. TatsĂ€chlich gab es auch einen Mönch, der am Ende des Experimentes mitteilte, dass es ihm nach vier Jahren fast angenehmer sei, im Stehen als im Liegen zu schlafen. Wissenschaftler wundern sich ĂŒber diese Informationen. TatsĂ€chlich war es bisher nicht möglich, zu diesen buddhistischen Mönchen zu gelangen, um das Schlafverhalten der Mönche im Rahmen dieses Experimentes zu erforschen. Aber es gibt einige Tiere, die im Stehen schlafen können. DafĂŒr gibt es gute GrĂŒnde.

Warum schlafen manche Tiere im Stehen?

In der Tierwelt gibt es in Bezug auf Schlafgewohnheiten einige Besonderheiten. Und tatsĂ€chlich gibt es einige Tiere, die im Stehen schlafen. Welche Tiere sind das - und haben sie dafĂŒr einen guten Grund?

1. Fluchttiere schlafen hÀufiger im Stehen

Pferde legen sich nur selten auf den Boden. Stattdessen schlafen Sie meistens im Stehen. Grund ist, dass Pferde Fluchttiere sind. Sobald Sie im Stehen schlafen, können sie bei Gefahr sehr viel schneller die Flucht ergreifen als im Liegen. Dass Pferde im Stehen schlafen können liegt daran, dass sie im Stand mit ihrer Kniescheibe die Hinterbeine fixieren. Auf diese Weise bleiben sie auch im Schlaf stehen, ohne dass sie dafĂŒr die Muskeln anspannen mĂŒssen.

Auch andere Tiere schlafen im Stehen, zum Beispiele Elefanten und Schafe. Schafe sind ebenfalls Fluchttiere, weshalb sie sich in der Gruppe am wohlsten fĂŒhlen, und weil sie auf diese Weise geschĂŒtzt sind. Ein Elefant schlĂ€ft, wenn er seinen RĂŒssel lĂ€nger als fĂŒnf Minuten nicht mehr bewegt. Sobald der RĂŒssel auf dem Boden aufliegt, schließt der Elefant die Augen. In Forschungsarbeiten wurde festgestellt, dass in der Wildnis lebende Elefanten weniger schlafen als ihre Artgenossen im Zoo. Auf diese Weise können sie auf Gefahrensituationen deutlich schneller reagieren. So ist es fĂŒr Leittiere möglich, knapp ĂŒber vierzig Stunden ohne Schlaf auszukommen, wenn es darum geht, die Herde vor Feinden in Sicherheit zu bringen, wenn beispielsweise ein Rudel Löwen eine Elefantenherde umzingelt.

TatsĂ€chlich ist bei Elefanten die Frage, ob sie im Liegen oder Stehen schlafen, auch vom Alter abhĂ€ngig. Junge Elefanten schlafen bevorzugt in Seitenlage, wĂ€hrend Ă€ltere Elefanten mit zunehmendem Alter nicht mehr so leicht hochkommen, weshalb sie bevorzugt im Stehen schlafen. Deshalb werden in manchen Zoos SandhĂŒgel aufgeschĂŒttet. Auf diese Weise erhalten Ă€ltere Elefanten die Möglichkeit, selbst im fortgeschrittenen Alter beim Schlafen eine Seitenlage einzunehmen.

Den kĂŒrzesten Schlaf haben weibliche Elefanten mit einer mittleren Schlafdauer von zwei Stunden, gefolgt vom Pferd mit drei Stunden. Im Vergleich dazu schlafen beispielsweise Grauwale, die ebenfalls zu den SĂ€ugetieren gehören, sehr lange, nĂ€mlich mindestens neun Stunden. Ebenfalls im Stehen schlafen Flusspferde. Das gilt vor allem fĂŒr lĂ€ngere Schlafphasen, in denen sie mit Augen, Ohren und der Nase aus dem Wasser schauen, um Luft holen zu können.

2. Vögel sind wahre Schlafakrobaten

Noch akrobatischer schlÀft der Flamingo. Auch er schlÀft im Stehen, und das sogar auf nur einem Bein. Offenbar scheinen Flamingos nur zu schlummern, da sie wÀhrenddessen das Bein wechseln, also abwechselnd auf dem einen beziehungsweise auf dem anderen Bein stehen. Ebenso wie Flamingos schlafen die meisten Vögel stehend auf einem Ast. Dabei fallen sie weder herunter noch verlieren sie das Gleichgewicht. Das funktioniert, weil Vögel im Schlaf mit ihren Krallen den Ast umklammern, auf dem sie sitzen. Im Gegensatz zu Menschen entspannen sich die Muskeln eines Vogels im Schlaf nicht. Sie bleiben angespannt, sodass sich der Klammergriff auch wÀhrend des Schlafs nicht löst.

Experten gehen davon aus, dass manche Zugvögel in der Lage sind, auf ihren langen Reisen wĂ€hrend des Fliegens ein Nickerchen zu machen. Ein Beispiel ist der Mauersegler. Möglich ist das, weil diese Vögel den sogenannten Hirnschlaf beherrschen. Das bedeutet, dass nur eine der beiden GehirnhĂ€lften schlĂ€ft, wĂ€hrend die andere wach und aktiv ist. Dieses Schlafverhalten findet sich auch bei MeeressĂ€ugetieren, zum Beispiel bei Walen und Delfinen. Ansonsten wĂŒrden sie im Wasser ertrinken. Die MeeressĂ€uger schalten nicht nur eine GehirnhĂ€lfte ab, sondern auch ein KörperhĂ€lfte. Und sie halten ein Auge geschlossen, wĂ€hrend das andere Auge offen bleibt. Mit der wachen KörperhĂ€lfte, die auch weiterhin Schwimmbewegungen macht, bewegen sie sich weiter im Wasser fort. Dabei liegen sie auf der Seite und tauchen in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden zum Luft holen an die WasseroberflĂ€che. Nach einer Zeit wechseln sie die Seite. Das bedeutet, dass die wache KörperhĂ€lfte nun schlĂ€ft, wĂ€hrend die bislang schlafende KörperhĂ€lfte wach wird und die Schwimmbewegungen ausfĂŒhrt.

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Kann ein Mensch auch im Stehen schlafen?

Obwohl es die buddhistischen Mönche zumindest wenige Stunden geschafft haben, im Stehen zu schlafen, trifft das auf die ĂŒbrige Menschheit nicht zu. Deshalb gehen Wissenschaftler davon aus, dass die Mönche lediglich einen leichten Schlaf hatten und zu keiner Zeit die Tiefschlafphase erreicht haben. GrundsĂ€tzlich werden fĂŒnf Schlafphasen unterschieden:

1. Das Einschlafstadium ist die erste Schlafphase, in der sich die Kinnmuskulatur meistens entspannt und es zu langsam rollenden Augenbewegungen kommt. Die HirnaktivitĂ€t ist noch relativ hoch. Messbar ist das durch die fĂŒr das wache Gehirn typischen Alpha-Wellen, die mit Beginn des physiologischen Schlafzustandes durch kleinere Theta-Wellen abgelöst werden.
2. In der zweiten Phase fallen wir in einen leichten Schlaf, was anhand von speziellen langsamen Gehirnstrom-Wellen sichtbar wird.
3. In der dritten und vierten Schlafphase befinden wir uns im Tiefschlaf. Die Muskeln verlieren an Spannung, wĂ€hrend sich das Gehirn gegenĂŒber Ă€ußeren Reizen abschottet. Sichtbar wird die Tiefschlafphase durch lange Delta-Wellen.
4. Die fĂŒnfte und letzte Schlafphase ist der sogenannte REM-Schlaf, wobei REM fĂŒr rapid eye movement steht. Typisch sind kurze Phasen mit einem unruhigen Schlafverhalten und TrĂ€umen, sodass es zu raschen Augenbewegungen kommt.

Es liegt vor allem an der REM-Phase, weshalb Schlafexperten bezweifeln, dass ein Mensch im Stehen schlafen kann. Grund ist, dass die Muskeln an Spannung verlieren und sich entspannen. In dieser Schlafphase sind nur noch die Muskeln aktiv, die an der Atmung beteiligt und fĂŒr die Augenbewegungen zustĂ€ndig sind. Alle anderen Muskeln sind inaktiv. Das hat zur Folge, dass ein im Stehen schlafender Mensch spĂ€testens jetzt aufgrund der fehlenden Muskelanspannung zu Boden sinken muss. Verantwortlich fĂŒr das Erschlaffen der Muskeln sind die beiden Hirnbotenstoffe Glycin und GABA. Sie sorgen dafĂŒr, dass die Muskelsteuerung blockiert wird. Das funktioniert nur unter der Voraussetzung, dass sie gleichzeitig an ihre Erkennungsstellen andocken. Nur dann wird die Muskelsteuerung blockiert, sodass die Muskeln erschlaffen.

Aus den genannten GrĂŒnden bleibt es fĂŒr Menschen weiterhin schwierig, im Stehen zu schlafen. Deshalb sollten wir die gewohnte Schlafhaltung beibehalten und im Liegen schlafen. Damit der Schlaf möglichst erholsam ist, sollten Sie ein Bettsystem verwenden, das auf Ihre BedĂŒrfnisse abgestimmt ist. Dabei muss es nicht immer gleich ein neues Bett sein, um die SchlafqualitĂ€t zu verbessern. Das kann Ihnen auch mit einem Meos Gel-Schaum Topper gelingen.

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