Wie schlafen Fische?

Ein gesunder Schlaf ist f√ľr uns Menschen enorm wichtig. Nur qualitativ guter Schlaf erm√∂glicht K√∂rper und Geist eine optimale Regeneration. Wer an Schlafmangel leidet, hat h√§ufig auch mit Konzentrationsst√∂rungen und k√∂rperlichen Leistungseinschr√§nkungen zu k√§mpfen. Wenn wir m√ľde werden, nehmen wir uns daher die Zeit, legen uns hin und schlie√üen die Augen.

Das tun auch etliche andere Tiere. Unsere Hunde etwa rollen sich wahlweise zusammen oder strecken alle Viere von sich. Am sanften Schnarchen erkennen wir dann, dass sich unsere Fellnase im Land der Tr√§ume befindet. √Ąhnlich verh√§lt es sich bei anderen Tieren angefangen vom Menschenaffen √ľber die im Stehen schlafenden Pferde bis hin zu Koalas, die beinahe den ganzen Tag gem√ľtlich schlummern.

Aber was ist eigentlich mit Fischen? Immerhin braucht auch der K√∂rper der Wasserbewohner Erholung. Grund genug, dass wir einen Blick auf das faszinierende Schlafverhalten von Fischen im Meer, in unserem Fl√ľssen sowie in unseren heimischen Aquarien werfen.

Woher wei√ü man √ľberhaupt, dass Fische schlafen?

Wenn wir Menschen schlafen, schließen wir die Augen. Damit ist unweigerlich klar, dass wir uns im Erholungsmodus befinden. Bei Fischen sind wir mit einem Problem konfrontiert: Fische haben bis auf wenige Ausnahmen gar keine Augenlider. Daher dachte man lange, dass Fische gar nicht wirklich schlafen können.

Mittlerweile wissen wir es dank der Wissenschaft aber besser. Zahlreiche Erkenntnisse verdanken wir der Beobachtung von Zebrafischen. Dass Zebrafische als Versuchsobjekte im maritimen Schlaflabor so beliebt sind, liegt daran, dass ihr Gehirn durch den leicht transparenten Kopf sichtbar ist. Durch die Kombination aus der Beobachtung des Gehirn sowie diverser Verhaltensweisen wissen wir, dass Fische schlafen.

Anders als bei S√§ugetieren gibt es bei Fischen keinen klassischen Tiefschlaf. Zu erkennen ist ein schlafender Fisch anhand unterschiedlicher Verhaltensweisen. Diese unterscheiden sich zum Teil stark zwischen Fischen, die im Meer, in Fl√ľssen oder in Aquarien schlafen.

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Wie schläft ein Fisch im Meer?

Eines haben alle Fische unabhängig von ihrem Lebensraum gemeinsam: Der Schlaf ist eine Phase der geringeren Aktivität. Das betrifft sowohl den Stoffwechsel durch die Reduktion von Atmung und Herzschlag als auch die Aufmerksamkeit. Typischerweise schlafen auch Meeresfische mit offenen Augen und treiben dabei weitgehend regungslos beispielsweise in einer leichten Seitenlage umher.

Fische im Meer haben das große Problem, dass die Weite des Ozeans auch potenziellen Fressfeinden viele Optionen lässt. Einige Meeresfische verfallen sogar in eine derart passive Lage, dass sie von räuberischen Schnecken angeknabbert werden. Viele Arten haben ihr evolutionäres Schlafverhalten angepasst. In der Regel begeben sich die Tiere im Meer dorthin, wo sie einen größtmöglichen Schutz genießen. Zahlreiche Arten verstecken sich zwischen Felsen, Seepflanzen und in Korallenriffen. Dort verbringen sie ihren Schlummerzustand.

Plattfische wie die Flunder der der Rochen dagegen graben sich im Boden ein. So verschmelzen sie mit dem Untergrund und sind unsichtbar f√ľr Fressfeinde. Eine besonders spannende Schlaftaktik hat sich die Evolution f√ľr den Papageienfisch ausgedacht. Dieser h√ľllt sich in einen schleimigen Kokon ein. Der Kokon absorbiert die K√∂rperger√ľche des Fischs, sodass er vor Fressfeinden gesch√ľtzt ist. Auch Parasiten behelligen den Papageienfisch so deutlich weniger. Man k√∂nnte also von einem waschechten Schlafanzug sprechen.

Schon gewusst? - Manche Fische können gar nicht richtig schlafen
Eines steht fest: Die meisten Meeresfische schlafen und folgen dabei ihrem artspezifischen Tag-Nacht-Rhythmus. Es gibt jedoch einige Ausnahmen. Darunter befinden sich Thunfische und zahlreiche Haiarten. Diese Meeresfische w√ľrden einfach sterben, wenn sie sich st√§ndig bewegen w√ľrden.

Der Grund: Nur wenn sich die Fische aktiv im Wasser bewegen, durchstr√∂mt gen√ľgend Wasser die Kiemen, √ľber welche die Tiere den lebenswichtigen Sauerstoff aufnehmen. Aus diesem Grund schl√§ft bei diesen Meeresfischen √§hnlich wie bei diversen Vogelarten jeweils nur eine Hirnh√§lfte.

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Wie schläft ein Fisch im Fluss?

Flussfische sind im Vergleich zu Meeresfisches in Sachen Schlaf mit v√∂llig anderen Herausforderungen konfrontiert. Immerhin handelt es sich bei Fl√ľssen um Flie√ügew√§sser mit hohen Str√∂mungsgeschwindigkeiten. Sich im Schlaf einfach in Halbseitenlage mit mehreren Metern Str√∂mungsgeschwindigkeit pro Sekunde dahintreiben zu lassen ist damit keine Option.

Daher m√ľssen sich Fische in Fl√ľssen Ruhezonen suchen, in denen die Str√∂mung deutlich geringer oder nahezu null ist. Die meisten Flussfische suchen dazu die N√§he des Grunds auf. Hier ist es den Tieren m√∂glich, ihre Position auch im Schlaf durch unwillk√ľrliche Flossenschl√§ge zu halten und damit nicht fern abseits des eigenen Reviers aufzuwachen.

Diese Erkenntnis haben wir ebenfalls der Forschung an Zebrafischen zu verdanken. Forscher fanden heraus, dass deren Flossen auch w√§hrend der Schlafphasen aktiv genug sind, um das abdriften zu verhindern. Verantwortlich f√ľr Halten der Position im Schlaf ist das Seitenlinienorgan. Mit diesem zus√§tzlichen Sinnesorgan k√∂nnen Fische selbst feinste Str√∂mungsunterschiede erfassen.

Umso wichtiger ist es, dass Flussbetten renaturiert werden. Denn nur dort befinden sich ausreichend strömungsarme bzw. strömungsfreie Bereiche, die den dort lebenden Fischen einen erholsamen Schlaf ermöglichen.

Wie lange schlafen Fische am Tag?

Dar√ľber wie lange Fische am Tag schlafen, gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Im √úbrigen ebenso wenig wie es Antworten auf die Frage gibt, ob Fische tr√§umen k√∂nnen. Hier gibt es lediglich Vermutungen, die auf Forschungen mit Tintenfischen basieren. Hier konnte man beobachten, dass Oktopusse w√§hrend des Schlafs ihre Farbe wechseln.

Wissenschaftler vermuten, dass diese Tintenfische davon tr√§umten, sich vor einem Fressfeind zu verstecken. Was die Schlafdauer angeht, k√∂nnen wir nur Vermutungen anstellen. F√ľr ein zuverl√§ssiges Ergebnis m√ľsste man die Gehirnaktivit√§t der Tiere messen, was gerade im Medium Wasser kaum m√∂glich ist.

Allerdings können wir durch Beobachtungen davon ausgehen, dass Fische einen Großteil des 24-Stunden-Tages in einem "Zustand der geringen Stoffwechselaktivität" verbringen. Forschungen an Aquarienfischen zeigen allerdings, dass einige Arten bis zu 30 Minuten brauchen, um vollständig aufzuwachen. Einige Spezies scheinen also doch so etwas wie eine "Tiefschlafphase" zu kennen.

Schlafen unterschiedliche Fische verschieden?

Sicherlich gibt es bei Fischen Unterschiede in Sachen Schlaf. Ebenso wie es bei uns Menschen R√ľckenschl√§fer, Bauchschl√§fer und Seitenschl√§fer gibt, verh√§lt es sich auch bei Fischen. Die einen trieben in Seitenlage knapp √ľber Grund, die anderen graben sich ein, die n√§chsten schlafen mit dem Kopf nach unten. Ebenso interessant ist, dass einige Fischarten tagaktiv und andere wiederum nachtaktiv sind.

Viele Raubfische wie der Zackenbarsch etwa sind besonders gern in der Nacht unterwegs und schlafen tags√ľber. Auch Fische, die in H√∂hlen oder der Tiefsee leben, haben einen regelm√§√üige Schlafrhythmus. Wie genau der Mechanismus ohne das lichtabh√§ngige "Schlafhormon" Melatonin funktioniert, ist derzeit noch nicht erforscht.

Wann und wie schlafen Fische im Aquarium?

Das Aquarium ist kein nat√ľrlicher Lebensraum, auch wenn Aquaristen bei der Gestaltung viel Herzblut an den Tag legen. Grunds√§tzlich schlafen Fische im Aquarium auch nicht anders als in freier Wildbahn. Die beliebten Salmler etwa sind klassische "Seitenschl√§fer", die sein Seitenlage nahe des Beckengrunds treiben.

Wenn die Fische also reglos auf der Seite treiben, ist das kein Grund zur Panik. Guramis dagegen graben sich zum Schlafen tief in eine Pflanze ein, während sich viele Welsarten im Sediment eingraben. Auch hier lassen sich wieder tag- und nachtaktive Tiere unterscheiden.

Unabh√§ngig davon ist der Mensch der entscheidende Faktor f√ľr das Schlafverhalten von Fischen in Aquarien. Verantwortlich ist neben dem nat√ľrlichen Lichtwechsel des Tageslichts die Beleuchtung des Aquariums. Der Lichteinfall bestimmt die Menge des Schlafhormons Melatonin, das die Fische bilden k√∂nnen. Aus diesem Grund sollte die Aquarienbeleuchtung t√§glich nicht zu lange brennen und in der Nacht nicht unn√∂tig eingeschaltet werden.

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